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Rechtssammlung

1.  Allgemeines Zivilrecht

1.5.  Schuldrecht

1.5.2.  Konsumentenschutz

1.5.2.7.  Einhalten einer Gewinnzusage

(§ 5j KSchG)

1.  Erweckt der Veranstalter eines Gewinnspieles bei einem Konsumenten den Eindruck, er habe bereits gewonnen, so hat der Konsument Anspruch auf Auszahlung des Gewinnes. Unklare Formulierungen gehen zu Lasten des Veranstalters: OGH 19.12.2001, 7 Ob 290/01z, wbl 2002, 177 = RdW 2002/345. Bei unklarer Gestaltung der Zusendung oder auch Zweifelhaftigkeit der Zusage erwirbt der Konsument schon dann den Gewinnanspruch, wenn er es ernstlich für möglich halten durfte, bereits gewonnen zu haben: OGH 28.02.2003, 1 Ob 303/02v, EvBl 2003/99 = RdW 2003/365, 438 = wbl 2003/229, 392. Objektiv irreführende Gewinnzusagen kann sogar derjenige einklagen, der die wahre Absicht des Unternehmers durchschaut hat: OGH 22.09.2005, 2 Ob 34/05x, ecolex 2006/48, 126.

Eine Warenbestellung durch den Konsumenten ist nicht Anspruchsvoraussetzung, es genügt, wenn der Veranstalter "psychologischen Kaufzwang" ausübt: OGH 29.04.2002, 7 Ob 47/02s, ecolex 2002, 586.

Siehe auch: OGH 01.07.2003, 1 Ob 118/03i, ecolex 2003/370, 909 = RdW 2004/10, 20; OGH 01.07.2003, 1 Ob 148/03a, RdW 2003/609, 696 (Nachträgliche Aufklärung beseitigt schon entstandenen Auszahlungsanspruch nicht mehr); OGH 10.02.2004, 10 Ob 1/04a, ecolex 2004/241, 531; OGH 28.02.2005, 5 Ob 30/05f, RdW 2005/549, 485 (Aufklärungskampagnen in den Medien ändern nichts am Anspruch); VfGH 14.06.2005, G 20/05, RdW 2005/686, 612 = AnwBl 2005/8015, 524 (§ 5j KSchG verfassungskonform).

2.  Zur kniffligen Frage, unter welchen Voraussetzungen beim grenzüberschreitenden Versandgeschäft der Konsument in seinem Heimatstaat klagen kann, siehe EuGH 11.07.2002, Rs C-96/00 Rudolf Gabriel und EuGH 20.01.2005, Rs C-27/02, wbl 2005/49, 122 Petra Engler/Janus Versand GmbH.

3.  Rechtsschutzdeckung: Die bisherige Praxis der Rechtsschutzversicherungen, Prozesse um Gewinnzusagen nicht zu decken, war rechtswidrig: OGH 02.07.2008, 7 Ob 17/08p, ecolex 2008/375, 1019 = RdW 2008/728, 783. Siehe dazu auch Salficky, Auslegung von Versicherungsbedingungen zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses?, RdW 2008/711, 764.

Literatur dazu: Klauser, Gewinnzusagen sind einzuhalten!, ecolex 2002, 574; Freiberger, Wie verständig ist der österreichische Konsument im Vergleich zum deutschen, RdW 2003/468, 552; Faber, Gewinnzusagen und verständige Verbraucher, wbl 2003, 553; Haberer, Neues zu Gewinnzusagen, RdW 2004/348, 386; zum Gerichtsstand: Brenn,  Irreführende Gewinnzusagen, ÖJZ 2005, 698; Wittmann,  Gerichtszuständigkeit in Verbrauchersachen, ecolex 2006, 555; Brenn,  § 5j KSchG: EuGVVO und EVÜ, ÖJZ 2007/13, 129 (Dieser nicht sehr aussagekräftige Titel behandelt Zuständigkeitsfragen); Fenyves, § 5j KSchG im System des Zivilrechts, ÖJZ 2008/33, 297; Klauser, Rechtsnatur von Gewinnzusagen, ecolex 2008, 997; Klauser, Der Anspruch gemäß § 5j KSchG nach Ilsinger, ecolex 2009, 641; Brenn, Endgültig kein Verbrauchergerichtsstand bei irreführenden Gewinnzusagen nach § 5j KSchG ohne Warenbestellung, ÖJZ 2009/92, 845. [887]

 


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